Die Zehenbox eines Laufschuhs – Fluch und Segen

Bei der Anprobe im Sportgeschäft heute früh hat noch alles gepasst und nun hab ich nach dem ersten Lauf Druckstellen. Das passiert vielen und der schicke neue Schuh wird zum teuren Ärgernis und verschwindet im Schrank. In den meisten Fällen liegt das an einem Schuh, der einfach nicht zum Fuß passt – dabei gibt es Lösungen…

Es gibt zahllose Beiträge in Läuferforen, bei denen sich alles um die richtige Schnürtechnik dreht, um eine zu kleine Zehenbox durch die Schnürung zu entlasten, dabei aber nicht die Führung zu verlieren. Solche Tipps haben ihre Berechtigung und zuweilen soll das ja auch schon mal funktioniert haben und Blasen sowie blaue oder gar blutige Zehen tauchten danach nicht mehr auf. Einfacher wäre es allerdings sich gleich den richtigen Schuh zu kaufen, der dieses Problem systembedingt erst gar nicht kennt. Aber ganz von vorn…

Die Zehenbox und ihre Funktion

Wer schon in seiner Jugend schmale Schule trug, darf sich nicht wundern, wenn sich der Fuß über die Jahre anatomisch der Lage anpasst und mit enger zusammen stehenden Zehen reagiert. Wo kein Platz ist, wird sich eben anders beholfen. Hochflexible Sportschuhe mit stretchfähigem Obermaterial machen das Spiel ja auch gut mit. Was definitiv aber immer auf der Strecke bleibt, ist die Entfaltungsmöglichkeit der Zehen beim Abdruck vom Boden.
Der Sache ebenfalls nicht dienlich war der Trend zu mehr Sprengung (Drop). Die Sprengung in Millimeter ist der Höhenunterschied zwischen Zehen/Vorfuß und Ferse. Umso größer diese ausfällt, desto höher steht die Ferse und neigt den Läufer in Laufrichtung. Resultat ist ein deutlich verändertes Abrollverhalten, weg vom Vorfußläufer mit einem Abdruck durch die Zehen. Warum das eine ganz schlechte Idee ist, haben wir in diesem Artikel über die Sprengung beschrieben.

Auch an diese Situation gewöhnt sich der Fuß und der gesamte Bewegungsapparat sehr schnell und gerne, die Position scheint bequem und laufen lässt sich damit auch. So sind wir alle mehr oder weniger aufgewachsen und haben uns an die schicken, schmalen Renner gewöhnt. Nicht, dass die Orthopäden und professionellen Schuhmacher nicht gewarnt hätten was zu schmale Zehenboxen und hohe Sprengungswerte an Problemen mit sich bringen. Das tun sie seit Jahrzehnten, geändert hat sich wenig. Erst das Natural Running beachtete die Anatomie und Biomechanik des Fußes und konzipierte Schuhe dafür.

Bei der Zehenbox fängt es also an: diese sollte ausreichend Raum bieten, um den Zehen einen guten Abdruck zu bieten. Und zwar ohne Reibung untereinander und mit einem bequemen Fußbett, welches den Abdruck auch unterstützt und nicht nur toleriert. Dieser Bewegungsvorgang, nämlich das Abdrücken mit dem Vorfuß und den Zehen ist von der Natur so vorgesehen und basiert auf der Zehenbeugemuskulatur. Diese wenig prominente Muskelgruppe hat eine enorme Bedeutung in der ganzen Biomechanik des Laufens und trägt in Kombination mit den Sehnen hohe Lasten. Des Weiteren ist sie der aussteuernde und somit stützende Faktor bei der Druckverteilung.

Eine sehr schmale Zehenbox limitiert die Funktion der Zehenbeugemuskulatur und sorgt zudem für einen zumindest teilweisen Kraftverlust. Eine hohe Sprengung tut ihr Übriges, sorgt sie doch dafür, dass der Läufer eher mit dem Mittelfuß als denn mit dem Vorfuß aufkommt und deutlich weiter hinten abrollt. Der Abdruck mit den Zehen verliert an Bedeutung.

Traditionelle Laufschuhform und jene von Topo Athletic

Traditionelle Laufschuhform und jene von Topo Athletic

Schuhe mit größeren Zehenboxen

Sinnvoll ist es also gleich einen Schuh zu wählen, der eine geräumigere Zehenbox hat. Wie das Beispiel Topo Athletic zeigt, kann eine solche Zehenbox auch optisch einen schlanken Fuß machen, wenngleich sie auch nicht an die schlanken Mitbewerber herankommt. Es stellt sich dabei aber die Frage: lieber leiden und sportlich spitz dem falschen Ideal hinterherrennen oder besser laufen und ein paar Millimeter in Kauf nehmen?

Die Herausforderung des Schuhherstellers ist es dabei dem Vorfuß etwas mehr Platz zu gönnen ohne dabei aber an Führung zu verlieren. Gelöst hat dies Topo mit einem schmalen Mittelfuß samt flexiblem Außenmaterial um Druckspitzen auch hier zu vermeiden. Der so sauber eingepasste Mittelfuß gibt der Einheit Fuß/Schuh ein klar definiertes Feedback in Sachen Führung. Auch an der Ferse ist Führung von hoher Wichtigkeit und auch hier gilt: weniger ist mehr, aber passen muss es!

Am Foto aus Topos Entwicklungsabteilung lässt sich gut ein klassischer Laufschuh mit schlankem Shape an der Zehenbox erkennen. Man benötigt nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, wie eng es darin wohl für den Fuß wird. Daneben einer der von Topo neu entwickelten Schuhleisten mit einer optimierten Zehenbox.

 

Am Beispiel des Zero-Drop-Schuhs Topo ST-2 für Kurz- und Mitteldistanzen lässt sich in der Draufsicht das Resultat dieser Entwicklung gut erkennen. Der Schuh bietet ausreichend Platz für die Zehen für einen guten Abdruck im Lauf und fixiert den Fuß mit dem flexiblen und gut führenden Obermaterial sowie einem schlanken Mittelfuß und der angenehm soften Fersenkappe.

Topo ST-2 -mit anatomisch und biomechanisch optimierter Zehenbox

Topo ST-2 -mit anatomisch und biomechanisch optimierter Zehenbox

 

Der Topo ST-2 vereint alle Eigenschaften für die die Marke steht in idealer Weise: geräumige Zehenbox bei hervorragender Führung an Ferse und Mittelfuß, extrem geringes Gewicht, kleiner oder kein Drop (ST-2: 0mm). Aber auch an allen anderen Modellen von Topo finden sich diese Eigenschaften, abgestimmt auf ihren Einsatzzweck mit etwas mehr oder weniger Dämpfung, als Trailversion und in den drei Sprengungshöhen 0, 3 und  5mm. Vor allem die 5 und 3mm Modelle eignen sich sehr gut für den Umstieg in das Natural Running.

Neugierig geworden?

Wir versprechen: das erste Mal ist ein Erlebnis! Probier einen Topo beim Fachhändler aus, lauf ein paar Schritte und erlebe die neue Freiheit selbst.

Autor | 2018-02-15T16:59:02+00:00 24. November 2017|Brand / Kategorie: TOPO ATHLETIC|Tags: , , |